Ein Abend voll Kultur und Unterhaltung

Am Samstag den 25. Mai 2019 fand die 12. Kultournacht in Neumünster statt. In diesem Jahr luden 19. Kulturinstitutionen der Stadt zum Sehen, Hören und natürlich Genießen ein. Die Kultournacht begann um 18 Uhr. Alle Stationen hatten an diesem Abend bis Mitternacht geöffnet, so dass die Besucher genug Zeit hatten alles zu entdecken. An der selbstgewählten ersten Station entrichtete der Gast 5,00 Euro und erhielt dann freien Eintritt zu allen Kulturangeboten. Wer weniger gut zu Fuß war, der konnte den Shuttlebus nutzen.
Alle Stationen der Kultournacht präsentierten interessante Ausstellungen, kurzweilige Führungen, kreative Angebote oder spannende Programme für große und kleine Kunstflaneure. Im Museum für Tuch und Technik konnten die Zuschauer neben der Ausstellung ein Kurzkonzert des Samba-Batucada Ensembles der Musikschule erleben. Im Kaufhaus am Kleinflecken wurden die Arbeiten von Birte Bahr und Michael Müller ausgestellt. Dazu reichte Inhaberin Birte Maaser kulinarische Köstlichkeiten. „Schön so viele kulturbegeisterte Neumünsteraner zu sehen. Ich bin nun das zweite Mal dabei und es macht wirklich viel Spaß“, schwärmt Birte Maaser.
Die Vicelinkirche, das Cafe Fräulein Frida, der Weltladen, die VHS, die Galerie Dekorat und Viele mehr sorgten für einen wunderbar interessanten und vielfältigen Abend im Namen der Kultur. Im Klanggarten des Kulturlabors im KDW konnte man unteraktive Klang(t)räume erkunden. Dort hatten die Besucher die Möglichkeit Teil der Ausstellung zu werden. Auch im Kontraste war Interaktion gefragt. Bei „pimp my art“ „renovierten“ Renate Basten und Jürgen Baum im Zusammenspiel mit den Anwesenden auf Zuruf alte mitgebrachte Bilder der Zuschauer.
„Hier ist für Jeden etwas dabei. Neumünster hat kulturell doch mehr zu bieten als man glaubt“, findet Martina Görner aus Gartenstadt, die an diesem Abend mit einer Freundin unterwegs war und vom Ambiente her den Skulpturenpark Gerisch favorisierte. An diesem Abend konnten sich die Interessierten durch Neumünsters Straßen treiben lassen und Kunst in entspannter Atmosphäre erleben.

Kunst in Aktion: Jürgen Baum und Renate Basten (rechts) gestalteten von den Gästen mitgebrachte Bilder um

Musik und schwere Maschinen: Samba-Ensemble Tocando sorgten für gute Stimmung

„Mathematik zum Anfassen“

Professor Albrecht Beutelspacher der Justus-Liebig-Universität Gießen zeigte im Museum Tuch und Technik, dass Mathematik durchaus spannend ist.
„Technisch gesehen ist ein gutes mathematisches Experiment höchst einfach, im besten Fall ist es jedoch der Anstoß, ein enormes geistiges Potential zu entfalten, denn es geht um die Konzentration auf das Wesentliche“, so Beutelspacher. Wer das ausprobiert, entwickelt Vorstellungen, bekommt Einsichten. Professor Albrecht Beutelspacher, Gründer des Mathematikums Gießen, zeigte bei seinem sehr unterhaltsamen Vortrag, dass sich die Faszination der Mathematik auch im Umgang mit realen Objekten und Experimenten zeigt. Dazu führte er einige Experimente live durch und erläuterte den 90 interessierten Zuschauern, dass sich viele mathematische Körper auch in unserem Alltag wiederfinden.
Während sich vor 2000 Jahren Platon und Pythagoras mit dem Schönen und Regelmäßigen beschäftigten, blieben davon einige Formen und Körper in unserer heutigen Zeit bestehen.
Er zeigte beispielsweise wie leicht sich das Prinzip der Tetraeder darstellen lässt und stellte verblüffende Rechenweisen der Dezimalzahlrechnung, wie die vedische Mathematik, vor.
Die Zuhörer konnten alles gut nachvollziehen. „Spannend und gut verständlich“, findet Miriam Klose die Experimente. Die 30jährige arbeitet zwar als Krankenschwester, dennoch hat sie schon immer großes Interesse an mathematischen Zusammenhängen und war hellauf begeistert. Der Vortrag gehört zum Rahmenprogramm der Ausstellung „Mathematik zum Anfassen“, die von der NORDMETALL-Stiftung gefördert wird. „Ihr Gehirn weiß die Antwort bereits, lassen Sie sich darauf ein“, so Beutelspacher und zeigte wie greifbar und verständlich Mathematik sein kann. Die Ausstellung selbst läuft noch biszum 25. August.

 

Der Schwan ist zurück!

Neumünsters Wahrzeichen erstrahlt wieder in neuem Glanz auf dem Teich. Am Freitag, 05.April, hievte ein Kran der Firma Strahltechnik Guder den Schwan unter der Aufmerksamkeit einiger Schaulustigen wieder vorsichtig auf seine gewohnte Position. Der letzte Sturm im März hatte dem Vogel schwer zugesetzt. „Ein Flügel war gebrochen und er musste dringend gereinigt werden“, erklärt Eva Manke, Assistentin des Citymanagements. Der Sturm hatte den Schwan damals bis an die Brücke gedrückt. Das war kein schöner Anblick mehr. Nach der einmonatigen Reparatur durch die Firma Guder kehrt er nun zurück und steht auch weiterhin für die Schwalestadt. Elektromeister Matthias Looft schwang sich dazu beherzt in die Neonprenhose und stieg in den Teich. Dort positionierte er den Schwan auf dem 100 Kilo schweren Ponton und richtete die Gewichte aus, um anschließend die Lichtanlage anzuschließen. Angelehnt an das Stadtwappen verkörpert der Schwan unsere Stadt. Die Kosten der Reparatur übernahm Armin Guder. Er spendete diese sozusagen und meint:„Wir wohnen und leben hier in Neumünster. Man muss doch etwas Fröhlichkeit, Entspannung und Lust in die Stadt bringen. Das möchte ich hiermit tun.“ Da echte Schwäne nie wirklich hier heimisch geworden sind, wird nun der Aluminiumschwan wieder auf dem Teich leuchten und auch fortan das Stadtbild prägen.

“Ausgezeichnetes Engagement” – ZONTA Club vergibt Young Women in Public Affairs Award

“Ausgezeichnetes Engagement”
ZONTA Club vergibt Young Women in Public Affairs Award/Förderpreis für engagierte Neumünsteranerin

Jedes Jahr vergibt der ZONTA Club Neumünster in einem besonderen Rahmen den „Young Women in Public Affairs Award“. Am Dienstag, den 13. März, war es wieder soweit und der Preis wurde in der Aula der Theodor Litt Schule vergeben. Nach einer kurzen aber herzlichen Begrüßung durch die Zonta-Präsidentin Susanne Sparka und einer musikalischen Einstimmung durch Joseline Gewarda-Popp und Olivia Wuttke von der Musikschule wurden die 3 Bewerberinnen: Alice Hakimy, Jule Krampen und Hannah Katharina Wittmaack dem Publikum vorgestellt. Im Anschluss gab es eine weitere sehr gute musikalische Darbietung der Musikschüler und die 40 Gäste erwarteten gespannt die Entscheidung.
Ziel der Auszeichnung ist es, den Einsatz junger Frauen im Alter von 16 bis 19 Jahren anzuerkennen und sie anzuspornen, sich auch in Zukunft im öffentlichen Leben, in der Politik oder in gemeinnützigen Organisationen einzusetzen. Der Wettbewerb richtete sich an Schülerinnen der weiterführenden Schulen, die einen höheren Schulabschluss oder den Abschluss einer schulischen oder betrieblichen beruflichen Ausbildung anstreben und ehrenamtliche Tätigkeiten für die Allgemeinheit ausüben, sich um internationales Verständnis bemühen und sich Gedanken über die Stellung der Frauen in ihrem Land und der Welt machen. Diesmal ging der mit 500,- Euro dotierte Preis an Alice Hakimy. Die 16jährige Neumünsteranerin erhielt die Auszeichnung für ihr ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Bereichen. Die Schülerin engagiert sich beispiellos als Gründungsmitglied der Grünen Jugend Neumünster, als Nachhilfelehrerin für DaZ-Schüler und beteiligt sich an der AG Model United Nations. Außerdem sitzt sie im Kinder- und Jugendbeirat der Stadt und plant bereits neue Projekte zum Thema Müllminimierung in Neumünster. Sie kommt nun als Preisträgerin in die internationale Ausscheidung. Alice Hakimy möchte das Preisgeld in Bücher investieren: „Ich lese zur Zeit gerne Thriller und neurologische Fachbücher.“ Denn Neurologin ist einer ihrer Berufswünsche. Mit der Auszeichnung hat sie nicht wirklich gerechnet „Alles kommt doch sehr überraschend“, freut sich die junge Frau. „Ich mache diese Arbeit aber nicht, um ausgezeichnet zu werden – ich tue das gerne sowie aus Überzeugung und werde weitermachen“.

BU3: Strahlende Sieger: von li. Susanne Sparka (Präsidentin/Zonta Club Neumünster), Hannah Katharina Wittmaack, Jule Krampen, Alice Hakimy (1. Preis) und Anneke Schröder-Dijkstra (Zonta Club)

 

Mit „Miete Dein Fach“ – zurück ins Arbeitsleben

Neueröffnung in der Holstenstraße / Dennis Bevensee trägt mit neuer Geschäftsidee zur Innenstadtbelebung bei

Miete dein Fach – der Name ist Programm. Dahinter steckt das neue Geschäft von Dennis Bevensee, der am 2. März in der Holstenstrasse 6 die Eröffnung feierte. Doch der Weg dorthin war schwer. Mit diesem Geschäft kämpft sich der 31 jährige Vater wieder zurück ins Arbeitsleben, nachdem dem er durch seinen letzten Job als LKW-Fahrer in das Burnout geriet. „Damals suchte ich mir Hilfe und kam dann durch eine Ergotherapie dazu mit Holz zu arbeiten“, erklärt er. Er dachte bis zu diesem Zeitpunkt, dass er zwei linke Hände hätte. Doch da täuschte er sich. „Schließlich konnte ich sogar auf dem Handwerkermarkt meine Produkte verkaufen“, erzählt der junge Unternehmer. „Ich hatte früher zusammen mit meiner Mutter einen Laden in Neumünster. Eigentlich wollte ich immer mein eigenes Geschäft haben“, schwärmt er. Im letzten Dezember kam ihm dann die Idee zu dem Dienstleistungsgeschäft, da eine Bekannte einen ähnlichen Laden auf Borkum hat. Bereits im Januar mietete er die Räume in der Holstenstraße an.
Das Konzept stammt ursprünglich aus Skandinavien und erfreut sich mittlerweile auch hier immer größerer Beliebtheit. Vermietet werden einzelne Fächer bis zu ganzen Regalen. Eine Mindestmietzeit beläuft sich auf eine Woche ab 4,95 EUR. Maximal bietet er die Miete bis zu einem Jahr an. Hier wird Handgemachtes angeboten. Von der Tasche über Keramik, Seifen, Holzdekorationen und Vieles mehr. Dazu gibt es noch eine Abteilung für Second Hand. Als Besonderheit bietet Dennis Bevensee jedoch noch ein Regal für Spenden an. Dort können alle Interessierten etwas spenden. Der Erlös geht dann an soziale Projekte in Neumünster.
Dennis Bevensee hat sich mit „Miete Dein Fach“ seinen Traum von der Selbständigkeit erfüllt und trägt nicht nur zu Belebung der Innenstadt bei sondern hat mit der Unterstützung durch seine Familie für sich auch selbst wieder einen Weg ins Leben gefunden.