Bissee – ein Dorf wird zum Kunstwerk

Bissee, das ist ein idyllisch gelegenes Dorf ca. 20 km südlich von Kiel. Seit 1998 führt der Verein Skulptur in Bissee e.V. dort jährlich eine ganz besondere Ausstellung durch. Skulpturen werden dabei im Ort als auch in der Umgebung aufgestellt. Wer mag kann sie bei einem Spaziergang erkunden oder sich die Ausstellungsstücke in fachkundigen Führungen vorstellen lassen. Durchschnittlich werden jedes Jahr 20 bis 30 Arbeiten präsentiert. In diesem Jahr sind es 38 Standorte, die in Abstimmung mit den Künstlerinnen und Künstlern geschieht und so das jeweilige Werk optimal zur Geltung bringt. Die Ausstellung präsentiert sich in Form einer Landschaftsgalerie, erstreckt sich über das gesamte Dorf und ist dem Publikum frei zugänglich. Eröffnet wurde sie am 18. Mai im Rahmen einer großen Vernissage, unter anderem von Björn Engholm.
Das übergreifende Thema in diesem Jahr ist der Begriff „Metall“. Gewünscht waren Werke mit offenen Assoziationen zum Material, zu seinen Verarbeitungs- und Gebrauchsformen sowie zu allen seinen kulturellen Zuschreibungen. Dabei soll das ganze Spektrum der Kunst gezeigt werden und das ist gelungen. Vielfältig zeigen sich die Kunstwerke eingebettet ins dörfliche Erscheinungsbild. Bei dem einen oder anderem Ausstellungsstück muss genauer hingesehen bzw. gesucht werden. Zwischen Blumenbeeten erspäht der Besucher dann das Werk. Einige Stücke jedoch sind unübersehbar – wie zwei riesige Giraffen, die sich doch verblüffenderweise wunderbar in die norddeutsche Umgebung einfügen. Schweres Metall als Kontrast zu filigranen Vorgartenblüten.
Vor über 20 Jahren wurde der Verein mit dem Ziel gegründet, insbesondere norddeutsche und baltische Künstlerinnen und Künstler zu fördern. Kulturelle Aktivitäten sollten im öffentlichen Raum initiiert und unterstützt werden. Inzwischen hat sich der Verein einen festen Platz in der norddeutschen Kulturlandschaft erarbeitet. Im Laufe der letzten Jahre haben sich mehr als 160 Künstlerinnen und Künstler mit ihren Werken an Ausstellungen des Skulptur in Bissee e.V. beteiligt. Die Mitglieder des Vereins engagieren sich alle ehrenamtlich. Sponsoren unterstützen die Arbeit des Vereins finanziell und materiell.
Noch bis Mitte Oktober haben Besucher die Gelegenheit die Kunstwerke auf Feldern und in Gärten zu bewundern.

Skuplturenausstellung Bissee Juli 19

Kindernähkurs: Mit der Nähmaschine zu mehr Selbstbewusstsein

Schon lange waren Dennis Bevensee die mangelnden Kinderangebote für finanzschwache Familien ein Dorn im Auge. „Zwar gibt es in Neumünter ein paar Aktivitäten aber oft nicht für kleines Geld und so werden finanziell schlechter gestellte Familien leider ausgeschlossen“, erklärt der Geschäftsführer von Miete dein Fach. Er selbst hat schon Arbeitslosengeld 2 bezogen und weiß wie schwer es ist seinen Kindern mit wenig Geld etwas zu ermöglichen.
Daher bietet er mit seinem Team seit Anfang Juni Nähkurse zum Selbstkostenpreis an. „Für die Kinder ist es wichtig ein Handwerk zu lernen, es stärkt ihr Selbstbewusstsein, fördert die Kreativität und Motorik“ erzählt er. Denn auch ihm hat dies schon geholfen. Er hat die Erfahrung gemacht, dass er beim Handwerken abschalten kann und auch an der Nähmaschine ist es egal, ob jemand arm oder reich ist. Es kommt nur auf die eigene Vorstellungskraft an.
Die monatlichen Kurse kosten 30 Euro. Damit werden die Materialkosten gedeckt. Es gibt dann vier Termine an denen bis zu sieben Kinder im Alter zwischen 7-14 Jahren in zwei Stunden lernen wie sie eine Nähmaschine bedienen, verschiedene Nähte durchführen und sich selbst etwas Schönes nähen können.
Was da entsteht – kann sich sehen lassen: „Die Kinder gehen hier mit ihren eigenen Kissenbezügen, Röcken, Kleidern und Turnbeuteln heraus“, freut sich Dennis Bevensee. „Wir haben eine enorme Resonanz erfahren und bereits viele Voranmeldungen.“ Unterstützung hat er durch die Nähhelferin Iris Clasen. Sie hilft ihm bei diesem ehrenamtlichen Angebot. Ihr gefällt nicht nur, dass sie ihr Wissen an die jungen Kreativen weitergeben kann sondern auch, dass das Angebot Mädchen und Jungen nutzen. Aber eine Bitte hat sie noch: „Wir haben viele Materialspenden erhalten, dennoch brauchen wir noch einige Nähmaschinen und würden uns über Spenden freuen.“ Wer das Angebot unterstützen möchte, kann dies direkt im Geschäft oder unter paypal – info@mietedeinfach.de tun. Das Team freut sich über jede Spende und hofft so noch viele Kindernähkurse durchführen zu können.

Ein Abend voll Kultur und Unterhaltung

Am Samstag den 25. Mai 2019 fand die 12. Kultournacht in Neumünster statt. In diesem Jahr luden 19. Kulturinstitutionen der Stadt zum Sehen, Hören und natürlich Genießen ein. Die Kultournacht begann um 18 Uhr. Alle Stationen hatten an diesem Abend bis Mitternacht geöffnet, so dass die Besucher genug Zeit hatten alles zu entdecken. An der selbstgewählten ersten Station entrichtete der Gast 5,00 Euro und erhielt dann freien Eintritt zu allen Kulturangeboten. Wer weniger gut zu Fuß war, der konnte den Shuttlebus nutzen.
Alle Stationen der Kultournacht präsentierten interessante Ausstellungen, kurzweilige Führungen, kreative Angebote oder spannende Programme für große und kleine Kunstflaneure. Im Museum für Tuch und Technik konnten die Zuschauer neben der Ausstellung ein Kurzkonzert des Samba-Batucada Ensembles der Musikschule erleben. Im Kaufhaus am Kleinflecken wurden die Arbeiten von Birte Bahr und Michael Müller ausgestellt. Dazu reichte Inhaberin Birte Maaser kulinarische Köstlichkeiten. „Schön so viele kulturbegeisterte Neumünsteraner zu sehen. Ich bin nun das zweite Mal dabei und es macht wirklich viel Spaß“, schwärmt Birte Maaser.
Die Vicelinkirche, das Cafe Fräulein Frida, der Weltladen, die VHS, die Galerie Dekorat und Viele mehr sorgten für einen wunderbar interessanten und vielfältigen Abend im Namen der Kultur. Im Klanggarten des Kulturlabors im KDW konnte man unteraktive Klang(t)räume erkunden. Dort hatten die Besucher die Möglichkeit Teil der Ausstellung zu werden. Auch im Kontraste war Interaktion gefragt. Bei „pimp my art“ „renovierten“ Renate Basten und Jürgen Baum im Zusammenspiel mit den Anwesenden auf Zuruf alte mitgebrachte Bilder der Zuschauer.
„Hier ist für Jeden etwas dabei. Neumünster hat kulturell doch mehr zu bieten als man glaubt“, findet Martina Görner aus Gartenstadt, die an diesem Abend mit einer Freundin unterwegs war und vom Ambiente her den Skulpturenpark Gerisch favorisierte. An diesem Abend konnten sich die Interessierten durch Neumünsters Straßen treiben lassen und Kunst in entspannter Atmosphäre erleben.

Kunst in Aktion: Jürgen Baum und Renate Basten (rechts) gestalteten von den Gästen mitgebrachte Bilder um

Musik und schwere Maschinen: Samba-Ensemble Tocando sorgten für gute Stimmung

„Mathematik zum Anfassen“

Professor Albrecht Beutelspacher der Justus-Liebig-Universität Gießen zeigte im Museum Tuch und Technik, dass Mathematik durchaus spannend ist.
„Technisch gesehen ist ein gutes mathematisches Experiment höchst einfach, im besten Fall ist es jedoch der Anstoß, ein enormes geistiges Potential zu entfalten, denn es geht um die Konzentration auf das Wesentliche“, so Beutelspacher. Wer das ausprobiert, entwickelt Vorstellungen, bekommt Einsichten. Professor Albrecht Beutelspacher, Gründer des Mathematikums Gießen, zeigte bei seinem sehr unterhaltsamen Vortrag, dass sich die Faszination der Mathematik auch im Umgang mit realen Objekten und Experimenten zeigt. Dazu führte er einige Experimente live durch und erläuterte den 90 interessierten Zuschauern, dass sich viele mathematische Körper auch in unserem Alltag wiederfinden.
Während sich vor 2000 Jahren Platon und Pythagoras mit dem Schönen und Regelmäßigen beschäftigten, blieben davon einige Formen und Körper in unserer heutigen Zeit bestehen.
Er zeigte beispielsweise wie leicht sich das Prinzip der Tetraeder darstellen lässt und stellte verblüffende Rechenweisen der Dezimalzahlrechnung, wie die vedische Mathematik, vor.
Die Zuhörer konnten alles gut nachvollziehen. „Spannend und gut verständlich“, findet Miriam Klose die Experimente. Die 30jährige arbeitet zwar als Krankenschwester, dennoch hat sie schon immer großes Interesse an mathematischen Zusammenhängen und war hellauf begeistert. Der Vortrag gehört zum Rahmenprogramm der Ausstellung „Mathematik zum Anfassen“, die von der NORDMETALL-Stiftung gefördert wird. „Ihr Gehirn weiß die Antwort bereits, lassen Sie sich darauf ein“, so Beutelspacher und zeigte wie greifbar und verständlich Mathematik sein kann. Die Ausstellung selbst läuft noch biszum 25. August.

 

Der Schwan ist zurück!

Neumünsters Wahrzeichen erstrahlt wieder in neuem Glanz auf dem Teich. Am Freitag, 05.April, hievte ein Kran der Firma Strahltechnik Guder den Schwan unter der Aufmerksamkeit einiger Schaulustigen wieder vorsichtig auf seine gewohnte Position. Der letzte Sturm im März hatte dem Vogel schwer zugesetzt. „Ein Flügel war gebrochen und er musste dringend gereinigt werden“, erklärt Eva Manke, Assistentin des Citymanagements. Der Sturm hatte den Schwan damals bis an die Brücke gedrückt. Das war kein schöner Anblick mehr. Nach der einmonatigen Reparatur durch die Firma Guder kehrt er nun zurück und steht auch weiterhin für die Schwalestadt. Elektromeister Matthias Looft schwang sich dazu beherzt in die Neonprenhose und stieg in den Teich. Dort positionierte er den Schwan auf dem 100 Kilo schweren Ponton und richtete die Gewichte aus, um anschließend die Lichtanlage anzuschließen. Angelehnt an das Stadtwappen verkörpert der Schwan unsere Stadt. Die Kosten der Reparatur übernahm Armin Guder. Er spendete diese sozusagen und meint:„Wir wohnen und leben hier in Neumünster. Man muss doch etwas Fröhlichkeit, Entspannung und Lust in die Stadt bringen. Das möchte ich hiermit tun.“ Da echte Schwäne nie wirklich hier heimisch geworden sind, wird nun der Aluminiumschwan wieder auf dem Teich leuchten und auch fortan das Stadtbild prägen.